Bösel - Wahlprogramm 2026

Liebe Wählerinnen und Wähler,

Am 13. September wird der Böseler Gemeinderat für die nächsten fünf Jahre gewählt – eine wichtige Wahl, bei der die Weichen für die Zukunft unserer lebendigen und musikalischen Gemeinde neu gestellt werden. Wir GRÜNEN wollen mit unseren Ideen für eine gerechte, soziale und umweltfreundliche Gesellschaft Einfluss auf die Gemeindeentwicklung nehmen und bitten um eure Stimmen, um diese Arbeit fortsetzen zu können. In den vergangenen Jahren waren wir die Stimme im Rat, die für diese Werte gesprochen hat und die Hand, die für diese Entscheidungen gehoben worden ist.

Mit dem Leitsatz „Heute das Morgen gestalten“ formulieren wir Grüne unsere Verantwortung für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und des sozialen Zusammenhalts. Wir wollen bewahren, was Bösel liebenswert macht, was unserer Gemeinde Charme und Charakter verleiht. Wir wollen das Klima und die Artenvielfalt besser schützen, mit einer starken Sozialpolitik Gemeinschaft schaffen, unsere Landwirtschaft naturnah ausrichten ohne sie ihrer wirtschaftlichen Grundlage zu berauben, gute Bildung für alle garantieren, echte Chancengleichheit verwirklichen und eine zukunftsgerechte Mobilität für alle Böseler sicherstellen. Und wir wollen Politik in eurem Sinne machen, fünf Jahre lang und nicht nur vor den Wahlen, zu jedem Zeitpunkt euer Ansprechpartner sein. Sprecht uns an, wir sprechen im Rathaus für euch!

Mit eurer Hilfe kann das gelingen. Geht zur Wahl!

Was wir wollen

Programm zur Kommunalwahl 2026

Mehr Mitsprache

Wir wollen mehr Bürgerbeteiligung!

Durch die Einführung eines Kinder- und Jugendparlaments, das den Kindern und Jugendlichen der Gemeinde eine Stimme gibt. In dem sie dem Gemeinderat mitteilen können, wie Politik in ihrem Sinne aussieht und in dem sie auch angehört werden müssen. So gibt es eine zentrale Anlaufstelle auf Augenhöhe für die junge Generation, um Veränderungen anzustoßen und auch ohne Wahlrecht Einfluss nehmen zu können. Themen wie die Schulgestaltung, die Schaffung von Freizeitangeboten, ÖPNV und die Radwegeplanung sind Themen, bei denen die Jungen zu Wort kommen müssen, da sie am besten wissen, was ihnen fehlt. Mit eurer Hilfe, starten wir dazu einen weiteren Anlauf.

Noch mehr Mitsprache durch ein offenes Ohr für alle, anlassbezogene Einladungen zum persönlichen Austausch bei wichtigen Entscheidungen in Bürgerforen. Es gibt Themen, die alle in der Gemeinde betreffen und zu denen auch alle Fragen haben. In einem Bürgerforum könnte zu den wichtigsten Fragen Kritik aufgenommen und auf offene Punkte reagiert werden. Diese könnten häufiger stattfinden und besser angekündigt werden. Etwa über soziale Medien, E-Mail-Newsletter oder auf den Werbeflächen der Gemeinde.

Bösel hat viel zu bieten. Was, das wissen Zugezogene erst nach einigen Jahren. Wir haben uns dafür eingesetzt, Bildungsangebote vor Ort, Freizeitangebote oder Services besser sichtbar zu machen. Das wollen wir mit eurer Hilfe weiter vorantreiben.

Mehr Mobilität für alle

Viele Menschen in der Gemeinde Bösel besitzen kein Auto. Weil sie zu jung oder körperlich nicht in der Lage zum Fahren sind oder es sich einfach nicht leisten können. Klar, Mofas, Moped und E-Scooter und E-Bike vergrößern die Reichweite, ersetzen aber nicht den Bus in die Städte und das Umland. Wir fordern Nachteulen-Busse und direkte Verbindungen nach Oldenburg und Cloppenburg auch zu später Stunde und am Wochenende. Diese müssen nicht unbedingt stündlich fahren, aber zumindest mehrmals täglich. Jeder sollte die Möglichkeit haben, die öffentlichen Verkehrsmittel auch außerhalb der Schulzeiten und des Berufsverkehrs nutzen zu können. Das bedeutet Bewegungsfreiheit für alle Generationen ohne eigenes Auto und auch in der Freizeit. Eine bessere Anbindung nach Oldenburg macht Bösel als Wohnort attraktiver.

Moobil+ sorgt für eine bessere Anbindung an den Kernort. Wir wollen es unterstützen, das Angebot auch auf Taxen auszuweiten, um noch mehr Flexibilität unabhängig von Fahrplänen und Haltestellen zu erreichen. Wir unterstützen auch den Vorstoß, die Eisenbahnlinie Friesoythe-Bösel-Garrel-Cloppenburg in Zukunft wieder aufleben zu lassen, auch wenn das noch sehr viele Jahre dauern könnte.

Bildungsgerechtigkeit für alle

Uns ist wichtig, dass jede Schülerin und jeder Schüler entsprechend ihrer oder seiner Stärken, Schwächen und besonderen Talente gefördert wird. Dazu gehört auch Lehrmittelgerechtigkeit. Die Anschaffung von Büchern, die auch noch kostengünstiger über die Schule verliehen werden könnten, ist für ärmere Familien ein großer Posten – und das jedes Jahr.

Der Ausbau der Plätze für Kinderbetreuung darf dem Wachstum der Gemeinde nicht weiter hinterher hinken. Das Angebot an Plätzen in Kitas und Krippen darf zu keinem Zeitpunkt kleiner sein als die Nachfrage. Die Betreuung hat einen deutlichen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder. Ein Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten ermöglicht eine bessere Teilhabe der Eltern auf dem Arbeitsmarkt. Vor allem Alleinerziehende oder Berufstätige, die außerhalb der Kernarbeitszeiten beschäftigt sind, sind auf ganztägige Betreuung angewiesen. Daher wollen wir eine vorausschauendere und bedarfsoptimiertere Planung. Den Kindern gehört die Zukunft, sie verdienen jegliche mögliche Unterstützung.

Ein Ganztagsangebot an Schulen und in unseren Kitas muss verlässlich und umfassend angeboten werden. Nicht nur Alleinerziehende sind darauf angewiesen, in Vollzeit arbeiten zu können. Wenn beide Elternteile arbeiten können, weil ihre Kinder gut und verlässlich betreut werden, sorgt das für Einkommensgerechtigkeit zwischen Mann und Frau, sorgt für gleiche Karrierechancen und senkt letztendlich das Risiko vor Altersarmut. Dieses entsteht durch eine geringere Rente, da zur Betreuung der Kinder weniger in die Rentenkasse eingezahlt werden konnte.

Gleichzeitig muss Familien und Zugezogenen aus dem Ausland ein anständiges wohnortnahes Bildungsangebot gemacht werden. Oder es muss eine gute Verbindung mit dem ÖPNV oder eine Möglichkeit der Kinderbetreuung geben, um ein solches Angebot wahrnehmen zu können. Das umfasst Sprach- und Integrationskurse und ein Schritt in ihre Richtung, damit sie von dem bestehenden Angebot erfahren. Es muss das Mindeste in Sachen Integration sein, dass alle Menschen in einer Gemeinde die selbe Sprache sprechen können. Dazu dürfen die Hürden nicht hoch sein. Das verhindert Parallelgesellschaften und bietet bessere Zukunftschancen für die Kinder der Zugezogenen aus dem Ausland.

Verwaltung

Wir wollen eine transparente und den Aufgaben gewachsene Verwaltung. Wünsche und Sorgen der Menschen sollten ernst genommen und ihnen mit Gesprächsangeboten begegnet werden. Diese Verwaltung arbeitet für alle Menschen, die hier leben. Bürgerinnen und Bürgern muss die Hand gereicht und mit Offenheit Vertrauen geschafft werden. Wir wollen auch euer Sprachrohr im Rat sein, wenn ihr in Gesprächen nicht weiter kommt oder es dazu kein Angebot gibt. Wir bringen euer Thema auf die Tagesordnung!

Natur und Umwelt schützen

Wir setzen uns für Natur- und Artenschutz in unserer Landschaft ein. Für einen machbaren Beitrag zum Klimaschutz, den sich jeder leisten kann. Für ein gesundes Wachstum der Gemeinde. Unser Moor und unsere verbliebenen Wälder sind wichtige und unersetzbare Lebens- und Erholungsräume für Menschen, Pflanzen und Tiere und unverzichtbar für unser Klima.

Wir haben uns gegen die Abholzung der Allee an der Thüler Straße ausgesprochen und für eine grundsätzliche und systematische Überprüfung aller festgesetzten Ausgleichsflächen. Wir wollen weiter dafür eintreten, dass in Bösel gefällte Bäume auch in Bösel wieder angepflanzt werden.

Die kleinen noch erhaltenen grünen Biotope müssen erhalten und nicht der Nahverdichtung oder wirtschaftlichen Interessen geopfert werden, wenn es dafür keine Alternativen gibt. Vor einer Fällung müssen sämtliche anderen Möglichkeiten ausgeschöpft werden.

Die industrielle Massentierhaltung ist in unserem Landkreis zu stark ausgeprägt. Die Auswirkungen (Monokulturen, Gewässerbelastung durch Medikamentenrückstände und Überdüngung) sind ebenso belastend wie die ständige Seuchengefährdung durch die Vogelgrippe mit verheerenden wirtschaftlichen Folgen für die gesamte Region. Die Nutzungsansprüche an den Boden für Futtermittel führen zu Konflikten zwischen Landwirtschaft, Siedlung, Erholung, Verkehr und Naturschutz. Wir fordern daher, alle planungsrechtlichen Mittel auszuschöpfen, um eine weitere Belastung durch Stallneubauten zu verhindern. Gleichzeitig muss Landwirtinnen und Landwirten die Möglichkeit gegeben werden, ihre Betriebe zukunftsfähig gestalten zu können.

Wirtschaft

Bösels neue Gewerbegebiete bieten großes Potenzial an Arbeitsplätzen und Serviceangeboten für die Gemeinde. Wir treten dafür ein, sie, solange sie ökologisch vertretbar sind, weiter wachsen zu lassen. Wir wollen ein gleichbleibendes medizinisches Angebot, bestmögliche Unterstützung des Einzelhandels und eine weitere Förderung von Neuansiedlungen und Unternehmensgründungen. Dabei ist uns eine gute Auswahl wichtig, damit Flächen perfekt genutzt und Bösel bestmöglich von der Vergabe von Flächen profitiert.

Ehrenamt

Ehrenamtliche leisten in unzähligen Arbeitsstunden, wozu der Staat nicht in der Lage ist. Sie sorgen für Sicherheit, für ein Kultur-, Sport und Freizeitangebot, Mitmenschlichkeit - also Hilfeleistungen in jeder Lebenslage und Gemeinschaft. Vereine und ihre Mitglieder sind unersetzbar. Wir unterstützen sie im Rahmen der Ratsarbeit in unseren Entscheidungen. Wir haben einer Erhöhung der Entschädigungen von Ehrenamtlichen, zum Beispiel bei unserer Feuerwehr zugestimmt. Wer in seiner Freizeit Leben rettet, verdient mehr als lobende Worte.

Kommunale Finanzen stärken

Die finanzielle Lage vieler Kommunen in Niedersachsen ist angespannt. Steigende Ausgaben, neue gesetzliche Aufgaben und notwendige Investitionen stellen auch die Gemeinde Bösel vor große Herausforderungen. Gleichzeitig bietet unsere Gemeinde gute Voraussetzungen, um ihre finanzielle Situation langfristig zu verbessern.

Wir wollen die Chancen des wirtschaftlichen Aufstiegs nutzen, um Bösel finanziell zukunftsfest aufzustellen. Dazu gehören die Unterstützung bestehender Betriebe, die Förderung von Unternehmensgründungen und die Ansiedlung neuer Unternehmen. Arbeitsplätze vor Ort stärken nicht nur die Kaufkraft, sondern sorgen auch für wichtige Einnahmen, mit denen die Gemeinde ihre Aufgaben erfüllen kann. Ein nachhaltiges Wachstum durch neue Wohngebiete ist uns wichtig, um den Effekt des demografischen Wandels aufzufangen.

Eine solide Finanzpolitik bedeutet für uns, heute verantwortungsvoll zu handeln, um auch morgen investieren zu können. Nur eine finanziell starke Gemeinde kann gute Bildung, eine verlässliche Kinderbetreuung, moderne Infrastruktur und attraktive Freizeitangebote dauerhaft sicherstellen.

Bezahlbaren Wohnraum schaffen

Bösel soll eine Gemeinde bleiben, in der Menschen aller Generationen gerne leben können. Dazu gehört ausreichend und bezahlbarer Wohnraum für Familien, junge Erwachsene, Senioren und Alleinstehende. Wir wollen eine Gemeinde, in der sowohl langjährige Böselerinnen und Böseler als auch Zugezogene die Möglichkeit haben, Wohnraum zu finden, ein Haus zu bauen oder eine bezahlbare Wohnung zu mieten. Das sichert Fachkräfte für die Zukunft.

Deshalb setzen wir uns für eine vorausschauende Wohnraumentwicklung ein. Neue Baugebiete und Wohnprojekte müssen den tatsächlichen Bedarf der Menschen berücksichtigen und unterschiedliche Wohnformen für jedes Budget ermöglichen. Neben Einfamilienhäusern braucht es auch mehr attraktive Mietwohnungen und barrierearme Wohnangebote in der Nähe des Zentrums. Wir stehen hinter der barrierefreien Gestaltung des Ortskerns.

Besonders dort wollen wir die Barrierefreiheit weiter verbessern. Gehwege, öffentliche Einrichtungen und Begegnungsorte müssen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Familien mit Kinderwagen und ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger gut erreichbar sein. Eine lebenswerte Gemeinde zeichnet sich dadurch aus, dass alle Menschen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.


 

Stand: 08.06.2026 final