Liebe Wählerinnen und Wähler,
am 13. September 2026 entscheiden wir gemeinsam, wohin sich unsere Stadt in den nächsten fünf Jahren entwickelt. Diese Wahl ist mehr als eine Abstimmung über Köpfe und Mehrheiten – sie ist eine Entscheidung über Friesoythe: über Lebensqualität, Zusammenhalt und Zukunft.
Wir Grüne stehen für eine Politik, die vorausdenkt. Eine Politik, die Arbeitsplätze sichert und neue schafft – ökologisch und wirtschaftlich. Die ihr Klima und ihre Artenvielfalt schützt, ohne ihren Charme zu verlieren. Die gute Bildung für alle ermöglicht, Chancengleichheit ernst nimmt und Mobilität neu denkt. Die die Menschen nicht nur verwaltet, sondern alle mitnimmt.
Unser Leitsatz "Über MORGEN entscheiden" ist dabei mehr als ein Slogan. Er ist eine Einladung: Mach mit. Gestalte. Denn die Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind real – der Klimawandel, der Druck auf bezahlbares Wohnen, der Wandel in Handel und Gewerbe. Sie lassen sich nicht aussitzen. Sie brauchen mutige, vorausschauende Entscheidungen – nicht nur auf Bundesebene, sondern vor allem hier, vor Ort.
Denn Kommunalpolitik ist der Ort, an dem Klimaschutz konkret wird, an dem sozialer Wohnungsbau entsteht oder ausbleibt. An dem Kitas gebaut, Kulturangebote gesichert und Bürgerinnen und Bürger wirklich beteiligt werden. Genau hier wollen wir anpacken – mit unserer Stimme im Rat, mit klaren Prioritäten und dem Willen zur Zusammenarbeit.
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Die Klimakrise ist keine abstrakte Zukunftsbedrohung – sie ist schon jetzt spürbar: in Trockenphasen, Hitzesommern, massivem Niederschlag. Zugleich erleben wir das Artensterben als zweite große ökologische Krise. Wer unsere Lebensgrundlagen schützen will, braucht mehr als ein Nachsteuern – der braucht einen konsequenten neuen Kurs. Wir halten an den Zielen des Pariser Klimaabkommens fest. Auch dann, wenn Lobbygruppen und die aktuelle Bundesregierung das Rad zurückdrehen wollen.
Wir wollen deshalb den Klimaschutz stärker in die Arbeit von Verwaltung und Politik integrieren und vor planerischen und klimarelevanten Entscheidungen externe Fachleute sowie interessierte Bürger*innen anhören. Wir wollen konkrete Klimaschutzmaßnahmen und Vorschläge zur Umsetzung unterbreiten.
Für uns Grüne ist der Schutz des Klimas und unserer natürlichen Lebensgrundlagen Bedingung und Voraussetzung allen kommunalpolitischen Handelns.
Wir brauchen mehr Grün als Hitzeschutz, entsiegelte Flächen, Wasserrückhalt bei Starkregen und ein kommunales Hitzevorsorgekonzept – besonders mit Blick auf ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Behinderung. Wir brauchen ein durchdachtes Gesamtkonzept zur Klimafolgenanpassung, das diese Realität ernst nimmt.
Für uns gehört der Schutz von Pflanzen, Tieren, Luft und Böden seit jeher zu den zentralen Grundwerten. Wir wollen dem Artenschwund in Tier- und Pflanzenwelt entgegenwirken, unsere Kulturlandschaften pflegen und erhalten sowie der zunehmenden Flächenversiegelung Einhalt gebieten.
Natur- und Landschaftsschutz müssen in der Kommunalpolitik ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Wir treten grundsätzlich für den Erhalt ökologisch wertvoller Bestände durch planerische Festsetzungen ein. Wichtige Aufgaben sind ortsnahe Wiederaufforstungen und Ausgleichsmaßnahmen für unvermeidliche Eingriffe in die Natur. Die Ausgleichsmaßnahmen müssen für die Bürger*innen transparent gemacht werden und im Internet einsehbar sein.
Um dem Grundsatz der Nachhaltigkeit Rechnung zu tragen, setzen wir uns vorrangig für das Schließen vorhandener Baulücken durch sozial verträgliche Formen des verdichteten Bauens ein. Dabei sind alte, „gewachsene“ Gebiete schonend zu entwickeln. Wir werden uns auch zukünftig notwendigen Ausweisungen von Wohn- und Gewerbeflächen nicht verschließen, allerdings darauf achten, dass keine weiteren Streusiedlungen in die offene Landschaft geplant werden. Die fortschreitende Zersiedlung und Zerstörung der Landschaft muss beendet werden. Angesichts der Tatsache, dass bundesweit täglich (!) über 50 ha Naturlandschaft in Gewerbe-, Wohn- und Straßenflächen umgewandelt werden, muss der unbekümmerte Landschaftsverbrauch ein Ende haben.
Wir wollen erreichen, dass ökologische Kriterien für die Aufstellung neuer Bebauungspläne zum Standard werden: Begrünung, weniger Versiegelung, Artenvielfalt als Pflichtbestandteil jedes Bebauungsplans. Kein Biotop, kein Waldstück darf mehr bedenkenlos geopfert werden, ohne das Alternativen ernsthaft geprüft wurden.
Die Grünen sind die Partei der Energiewende. Auch in Friesoythe wollen wir die Nutzung der Erneuerbaren Energien voranbringen, damit unsere Energieversorgung möglichst bald komplett regenerativ ist. Ziel muss sein, jede geeignete Dachfläche der Stadt für Solarenergie zu nutzen. Wir wollen die energetische Sanierung bei Schulen, Kindergärten und anderen kommunalen Gebäuden und den Einbau moderner Heizungsanlagen (Wärmepumpen) vorantreiben. Sanierung muss Vorrang gegenüber Neubauten haben. Darüber hinaus wollen wir die Elektromobilität auch im Bereich des gemeindeeigenen Fuhrparks voranbringen – natürlich mit klimafreundlichem Ökostrom. So schützen wir das Klima, schaffen Arbeitsplätze im Handwerk vor Ort und senken dauerhaft Energiekosten.
Wir wollen die Verkehrswende hin zur umweltgerechten und klimaschonenden Mobilität. Wir sind uns dessen bewusst, dass das Auto im ländlichen Raum auf mittlere Sicht weiter benötigt wird. Gleichzeitig wollen wir dem Rad- und Fußverkehr mehr sicheren Raum geben und es Bürgerinnen und Bürgern erleichtern, das Auto auch mal stehen zu lassen.
Zum Umstieg auf E-Mobilität bedarf es einer einheitlichen Ladeinfrastruktur, inklusive Schnellladesäulen. Laden muss überall schnell, ökologisch, günstig und bequem möglich sein.
Wer viel Rad fährt, kennt die Situation: kombinierte Geh- und Radwege, die häufig viel zu schmal sind, die plötzlich enden oder ohne fließende und gut markierte, sichere Übergänge auf die Straße führen. Vielfach fehlen Radwege gänzlich. Wir fordern fahrradfreundliche Ampelschaltungen, die Radfahrende nicht zu Verkehrsteilnehmer*innen zweiter Klasse degradieren. Grüne Verkehrspolitik macht Gehende und Radfahrende zu einer festen Größe in der Verkehrsplanung. Die Belange unserer Mitbürger*innen mit Einschränkungen müssen selbstverständlich bei allen Planungen und baulichen Veränderungen berücksichtigt werden.
Wir setzen uns für einen leistungsfähigen, attraktiven ÖPNV ein. Öffentliche Verkehre haben sich lange Zeit im Wesentlichen auf den Schulverkehr ausgerichtet. Seit 2020 gibt es zusätzlich das Rufbussystem moobil+. Doch das reicht nicht. Wir wollen, dass kreisweit alle Ortskerne mindestens im Stundentakt, besser im 30-Minutentakt angefahren werden und zwar von frühmorgens bis spätabends an sieben Tagen die Woche mit Umsteigemöglichkeiten, die auch die Feinverteilung in die Ortschaften umfassen. Nur durch einen Nahverkehr, der zuverlässig und flexibel verfügbar ist, wird ein Anreiz zum Umstieg geschaffen.
Friesoythe hat eine solide wirtschaftliche Basis – und die braucht es auch, denn der Druck auf heimische Betriebe ist real. Globale Krisen, steigende Energiekosten und strukturelle Veränderungen machen auch vor unseren Betrieben nicht halt. Die Stadt kann nicht alles lösen, was in Berlin oder Brüssel entschieden wird. Aber sie kann gegensteuern – und das wollen wir tun: Durch eine aktive Wirtschaftsförderung bei Neuansiedlungen, bei der Unterstützung bestehender Betriebe und bei der Profilierung als attraktiver Unternehmensstandort.
Im Interesse des Natur- und Klimaschutzes unterstützen wie das Entstehen neuer Gewerbeflächen nur dort, wo sie zur Entwicklung einer wachsenden Stadt zwingend erforderlich sind. Dabei muss die Optimierung bestehender Standorte Vorrang vor neuen Gebieten haben.
Unser Interesse gilt auch den „weichen“ Standortfaktoren: einem guten schulischen Angebot, qualifizierter Kinderbetreuung und mehr beruflichen Ausbildungschancen. Ein breites Kulturangebot und ein attraktives Gemeindeleben sind wichtige Standortbedingungen und Voraussetzung zum Erhalt und zur Schaffung gesundheits- und umweltverträglicher Arbeitsplätze.
Wir halten es für erforderlich, bezahlbaren Wohnraum – insbesondere für Familien - verstärkt durch den Bau preiswerter Mietwohnungen Zu schaffen. Hierauf muss bei der Ausweisung neuer Bauflächen verstärkt geachtet werden.
Wir Grüne stehen für eine Bildungspolitik, die alle mitnimmt – und zwar von Anfang an. Krippen und Horte sorgen nicht nur dafür, dass die Kinder gut aufgehoben und versorgt sind, sie vermitteln den Kleinen auch den sozialen Umgang in der Gemeinschaft. Wir fordern eine bessere digitale Ausstattung an allen Schulen in der Trägerschaft der Stadt Friesoythe.
Der Bedarf an Ganztagsbetreuung ist auch in den Schulen gestiegen. Alle Schüler*innen sollen ein gesundes, abwechslungsreiches Mittagessen erhalten können. Eine verlässliche Ganztagsbetreuung auch am Freitag, die einem Bildungsanspruch genügt, muss durch entsprechend qualifizierte Fachkräfte gesichert werden.
Wir wollen zuhören. Wir wollen rechtzeitig informieren und Entscheidungen nachvollziehbar machen. Wir GRÜNEN möchten erreichbar sein für Fragen und Anregungen.
Die Bürger*innen sollen mehr an Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen in der Stadt beteiligt werden. Dabei sollen auch neue Formate eingesetzt werden, wie Live-Übertragungen von öffentliche Sitzungen.
Für diese Ziele wollen wir in der kommenden Wahlperiode arbeiten.